
Friedrichshain-
Kreuzberg





Wiesbaden
Porta Westfalica
Bergstrasse
Ingelheim
Limburg-Weilburg

Herzlich
Willkommen
Informationen

Friedrichshain-
Kreuzberg

Wiesbaden

Porta Westfalica

Bergstrasse

Ingelheim

Limburg-Weilburg

Kreis Lippe
Projekte

Foto: Alma Neumann

PROJEKTVORSTELLUNG: FLUID CONNECTIONS Städtepartnerschaften Friedrichshain-Kreuzbergs im Fokus des Wassers Kreuzberg und Friedrichshain sind weltbekannte Stadtteile Berlins mit ge-schichtsträchtigem Antlitz und der vielfältigsten Bevölkerung Deutschlands. Wasser wiederum ist als natürliche Ressource ein zentraler Aspekt des menschlichen Überlebens, besonders in städtischen Räumen und unter den Bedingungen globa-ler klimatischer Veränderungen, was auch in Berlin immer deutlicher zu spüren ist. Vor diesem Hintergrund verbindet FLUID CONNECTIONS unterschiedliche Initiati-ven, Lokalitäten und Perspektiven miteinander, um mittels eines anregenden Ver-anstaltungsprogramms eine Spannungslinie hin zu Modellen von zukunftsfähigem Stadtleben zu zeichnen. Das Projekt vereint die fünf aktivsten Städtepartnerschaf-ten des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg in einem einzigartigen Veranstaltungs-programm, das auf vielfältige Art im Bezirk sichtbar wird. Idee und Konzept Städtepartnerschaften sind kooperative Beziehungen zwischen Städten oder Stadt-teilen. Angesiedelt auf der kommunalen Ebene und eingebettet ins Alltagsleben von Menschen, bilden sie einen wichtigen Bestandteil der Zivilgesellschaft. Ihr Wir-ken ist lokal verankert, erlangt oft aber internationale Reichweite, denn Städtepart-nerschaften werden zumeist über Ländergrenzen hinweg eingegangen. Gerade auch in dieser Hinsicht gelten sie als eine der größten Friedensbewegungen der Welt. In Zeiten multipler Krisen und der Notwendigkeit sozial-ökologischer Wenden kommt Partnerschaften eine besondere Rolle zu, weil gemeinsame Herausforderungen geteilte Lösungen brauchen. Solche zu entwickeln, dazu sind Städtepartnerschaften in besonderem Maße in der Lage, da sie sich mit globalen Anliegen beschäftigen und diesen mit lokalen Ant-worten begegnen. Ihr multiperspektivischer Ansatz ist dazu geeignet, auf Augen-höhe miteinander umzugehen und voneinander zu lernen - und das auch zwi-schen Kontinenten und Kulturkreisen. Damit sind sie nicht nur ein herausragendes Beispiel interkultu-reller Kooperation, sondern auch Vorreiterin der kosmopoliti-schen Weltgesellschaft, in der global vernetzte Initiativen lokale Wirkung zeigen. Städtepartnerschaften bilden ein erfolgreiches Modell bürgerschaftlicher Selbstor-ganisation und stehen damit paradigmatisch für die jüngste Demokratiegeschichte in Deutschland. Das Zusammenspiel zeithistorisch forschender und gegenwartsbezogener Ar-beitsweisen von FLUID CONNECTIONS würdigt diesen Zusammenhang und bietet ihm eine Perspektive für die Zukunft. In Friedrichshain-Kreuzberg kommen gleich mehrere Partnerschaftsbeziehungen zu einem umfassenden Netzwerk zivilgesellschaftlicher Akteur*innen zusammen: Seit den 1960ern war der Bezirk Kreuzberg in West-Berlin mit den westdeutschen Städten oder Kommunen Wiesbaden (1964), Porta Westfalica (1968), Kreis Berg-straße (1969), Ingelheim am Rhein (1971) und dem Landkreis Limburg-Weilburg (1980) verbunden. 1986 folgte die nicaraguanische Ortschaft San Rafael del Sur nahe des Pazifiks. Nach der Wiedervereinigung kamen Kadıköy in Istanbul/Türkei (1995), Szczecin/Stettin an der polnisch-deutschen Grenze (1996) und Derik im Autonomen Gebiet Nord-Ostsyrien (2019) hinzu. Für das Projekt FLUID CONNECTIONS kooperiert der Zusammenschluss der Städtepartnerschaftsvereine im Bezirk auf Initiative des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg - San Rafael del Sur e.V. eng mit der Kura-torin und Community-Managerin Johanna Landscheidt. Zeit-zeug*innengespräche, kulturhistorische Archivrecherchen und eine thema-tisch ausgerichtete Sammeltätigkeit im Umfeld des Stapa-Netzwerks aktivie-ren die inhaltliche Zusammenarbeit. Da das Netzwerk der Städtepartnerschaften in Friedrichshain-Kreuzberg gemein-same Werte für ein nachhaltiges Leben auf der ganzen Welt vertritt, widmet sich das Projekt einem überaus relevanten Thema, das nicht nur die Städte weltweit, sondern auch alle Menschen des Planeten betrifft: Wasser als Rohstoff und Res-source des Lebens Wir befinden uns in einem Erdzeitalter, in dem die Menschheit maßgeblichen Einfluss auf das planetarische Geschehen hat und die Umwelt aktiv gestaltet. Der Umgang mit Wasser in den Städten des Anthropozäns ist ein existentielles Thema mit dringendem Handlungsbedarf, dem sich gerade auch das Feld der Kunst immer wieder widmet. Denn „Wasser ist nicht nur Hauptnahrungsmittel und Handelsgut, sondern Urquell jedweder Wertschöpfungskette" sowie ein „Allge-meingut und damit auch eine Aufgabe für die Allgemeinheit, der sich niemand ent-ziehen dürfe. Weil jeder Verantwortung trage".' Als Gesellschaft stehen. wir nicht bloß vor einer Energie-, sondern auch vor einer Wasserwende. Zielsetzung Das zivilgesellschaftliche Netzwerk von FLUID CONNECTIONS reflektiert die His-torie der Partnerschaftsvereine, deren demokratische Selbstorganisation eng mit der Entwicklung von Friedrichshain-Kreuzberg verwoben ist. Von der innerdeut-schen Teilung bis hin zur Entwicklung einer Migrationsgesellschaft rückt FLUID CONNECTIONS verschiedene Kooperationsmodelle und die kulturellen Aus-drucksformen der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in den Mittelpunkt, um sie in partizipative Eventformate umzusetzen. Der lebendige Bezirk präsentiert sich dabei als Mikrokosmos kultureller Vielfalt, als Schmelztiegel und als Laboratorium demo-kratischen Engagements. Um die entstandenen Verbindungen und Erkenntnisse der Öffentlichkeit zu präsen-tieren und auch in einem größeren Kreis zu vermitteln, soll FLUID CONNECTI-ONS im Jahr 2027 in eine internationale Ausstellung mit umfangreichem Begleitpro-gramm münden. Den Auftakt der Projektaktivitäten im Jahr 2025 bildeten Archiv-recherchen und Exkursionen mit dem Akteur*innennetzwerk. Exkursionen an ehe-malige und aktuelle Wirkstätten sowie an Erinnerungsorte im Bezirk, die von je ei-nem der Städtepartnerschaftsvereine ausgerichtet werden, verankern das geteilte Wissen lokal. Mit FLUID CONNECTIONS entsteht so ein lebendiges kartografisches Gedächtnis. Auf einer thematisch angelegten Route waren Gäste aus Nah und Fern im Sep-tember und Oktober 2025 dazu eingeladen, durch einen Teil Friedrichshain-Kreuzbergs zu spazieren und vielfältige Eindrücke aus der Geschichte und Ge-genwart der Städtepartnerschaften zu gewinnen. Im nächsten Jahr sollen weitere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie z.B. thematische Workshops, Ge-sprächsrunden, Podiumsdiskussionen und Film-screenings durchgeführt werden. Die geplante internationale Ausstellung soll anschließend sowohl über die einzel-nen Projekte, ihre Geschichte und konkrete Praxis informieren, als auch generell zur Reflexion über die Relevanz von zivilgesellschaftlichem Engagement fürs öf-fentliche Leben anregen. Gerade Städtepartnerschaften - mit ihrer Arbeit nah an den Menschen und Kom-munen - machen den Austausch darüber fruchtbar. Indem demokratisches Enga-gement mit den Mitteln zeithistorischer Forschung aufgearbeitet wird, gewinnt das engagierte Miteinander besondere Anziehungskraft, auch über den Kreis der aktiv Beteiligten hinaus. So werden Städtepartnerschaften als Akteurinnen einer globa-len Zivilgesellschaft gestärkt. FLUID CONNECTIONS tragt sowohl zur Vielfalt im Berliner Vereinsleben als auch zum Kulturangebot der Hauptstadt bei und festigt zivilgesellschaftliche Handlungsfähigkeiten. Johanna Landscheidt, Kilian Dumann und Annika Hedderich
