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Nachruf auf einen großen Wiesbadener - Rudi Schmitt
Kurz vor meiner Abreise in den Urlaub Ende März erreicht mich ein Anruf unseres PV-Mitglieds und -Ehrenmitglieds aus Wiesbaden Klaus Bensberg. Er musste mir telefonisch die traurige Botschaft überbringen, dass Rudi Schmitt am 10. April 2026 im 99. Lebensjahr verstorben war. Rudi Schmitt kam am 08.01.1928 in Frankfurt am Main zur Welt. 1947 trat er der SPD bei. Er wurde einer der ganz Großen Wiesbadener. Von 1960 - 1968 war er Schul- und Sportdezernent im Magistrat von Wiesbaden unter dem legendären Oberbürgermeister Georg Buch. Ich hatte persönlich das Glücke, beide - Georg Buch und Rudi Schmitt - noch kennen zu lernen und über eine geraume Zeit erleben zu dürfen. Rudi Schmitt war der geborene Bildungs-, Schul-, Jugend- und Sportpolitiker, der mit großer gestalterische Kraft und Tatkraft, die erkannten Ziele mit großer Durchsetzungskraft um- und durchzusetzen. Nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 und dem Aufruf des damaligen Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt als Präsident des Deutschen Städtetages, die eingeschlossenen Westberliner Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aber die Jugendlichen, Schüler und Schülerinnen und auch die Senioren und Seniorinnen, die besonders unter diesen Verhältnissen des sich anbahnenden Kalten - ja fast Heißen Krieges litten, durch das Eingehen von Städtepartnerschaften zu Westberliner Bezirken zu unterstützen. Im damaligen Wiesbadener Magistrat tendiert man zum Bezirk Charlottenburg oder Wilmersdorf. Es war Rudi Schmitt der Wirkmächtig es tatsächlich schaffte, dass der Wiesbadener Magistrat und die Stadtverordneten-versammlung sich für den direkt an der Mauer liegenden Innenstadtbezirk Kreuzberg entschieden. Und so wurden am 23.04.1964 die von den beiden Vertretungskörperschaften beschlossenen Städtepartnerschaftsurkunden vom Oberbürgermeister Georg Buch und Bezirksbürgermeister Günther Abendroth unterzeichnet. Seit 1964 hat sich diese Städtepartnerschaft, die bis zur Wende im Jahr 1989 eher eine Partnerschaft zugunsten Kreuzbergs war, stetig entwickelt. Insbesondere unter Rudi Schmitt in seiner Oberbürgermeisterzeit wurden Schüler und Jugendliche sowie Senioren jedes Jahr zu 3-wöchigen kostenlosen Ferienaufenthalten in den Rheingau eingeladen. Es wurden Schul- und Kitapartnerschaften gefördert sowie Sportbegegnungen im Jugendbereich (Fußball, Turnen, Leichtathletik, Handball, Schwimmen, später auch im Mädchensport, internationales Wandern, Langlauf) stark gefördert. Der Kulturaustausch oder die Beziehungen (Ausstellungen in Malerei und bildender Kunst zwischen freien Gruppen und Museen, Musik u.a.m.) wurden unterstützt und gefördert. Ein Azubi-Austausch zwischen beiden Kommunalverwaltungen wurde jährlich über Jahrzehnte installiert und durchgeführt. Und nicht zu vergessen: Am Kreuzberger Viktoriapark (am berühmten Kreuzberg 66 m über NN) wurde aufgrund mehrerer Weinrebenspenden der Stadt Wiesbaden der berühmte, weltbekannte und als Rarität geschätzte "Kreuzneroberger", ein Riesling vom Wiesbadener Neroberg seit 1968 in beachtenswerter Qualität angebaut und über lange Zeit vom Wiesbadener Weingut gepflegt und betreut. Und bei allem hatte Rudi Schmitt einen maßgeblichen Anteil. Wir konnten zum 50-jährigen Partnerschaftsjubiläum 2014 (siehe unter ANNALEN 2014, Seite 73 - 78, insbes. S. 74/75 auf unserer Internetseite www.pv-friedrichshainkreuzberg.de) Rudi Schmitt bei einem Zeitzeugen-Gespräch mit seinem unverwüstlichen Engagement erleben. Er war einer der gestandenen Kommunal- und Landespolitiker, die vom Schlage eines Georg August Zinn und Holger Börner - beide zu der Zeit hessische Ministerpräsidenten - nie die Bodenhaftung verloren hat. Wie denn auch: Vom Büro des Wiesbadener Oberbürgermeister (Schloßplatz 6) gab es bei einer Luftlinie von 50 m einen direkten Blick und vielen direkten Verbindungen zum Hessischen Landtag (Schoßplatz1). Der Bezirk Kreuzberg (heute Friedrichshain-Kreuzberg) hat bis heute Rudi Schmitt sehr viel bis zum heutigen Tage zu verdanken. Rudi Schmitt war bis zu seinem Tod ein geistig wacher und reger Mensch, der sich - trotz erheblicher Gehbehindungen im letzten Jahr - noch "genügend aufregen" konnte. Ein guter Freund ist nunmehr von uns gegangen. Die Erinnerungen an ihn und an seine Bedeutung für uns sollten im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in den bezirklichen Annalen erhalten bleiben. Ich gehe davon aus, daß von Amtsseite beim amtierenden Oberbürgermeister Wiesbadens kondoliert worden ist. In unseren PV-Erinnerungen bleibt Rudi Schmitt nachhaltig erhalten. Er war einer der großen Förderer unserer Städtepartnerschaft. Dieses mit diesem Nachruf festzuhalten, war und ist ein großes Bedürfnis unseres kleinen Vereins. Im Namen des Vorstands Norbert Michalski

Wo das „Kreuzberger Blut“ fließt
1.Geschichten und Orte: Wo das „Kreuzberger Blut“ fließt a) Die Körtestraße – Herz des Kiezes •Viele Läden in der Körtestraße existieren seit über 20 Jahren. Die Inhaber:innen – oft selbst Migrant:innen oder langjährige Kreuzberger:innen – erzählen, dass ihr „Kreuzberger Blut“ aus der Mischung von Tradition, Improvisation und dem Willen besteht, sich gegen Verdrängung zu stemmen. Ein Beispiel ist ein kleiner Gemüseladen, der trotz steigender Mieten und Wechsel in der Nachbarschaft weiterbetrieben wird – nicht aus Profitgier, sondern aus Liebe zum Kiez. b) SO36 – Mehr als ein Club •Das SO36 ist seit den 1970er-Jahren ein Symbol für Kreuzbergs Subkultur. Hier spielten Bands wie die Einstürzenden Neubauten, hier feierten Punks, Migrant:innen und Künstler:innen gemeinsam. Heute ist es ein Ort, der Generationen verbindet – von den alten Hausbesetzer:innen bis zu jungen Aktivist:innen, die gegen Gentrifizierung kämpfen. c) Bizim Bakkal & Bizim Kiez •Der Gemüseladen Bizim Bakkal in der Wrangelstraße wurde 2015 zum Symbol für den Widerstand gegen Verdrängung. Als der Vermieter den Mietvertrag nicht verlängern wollte, protestierten Tausende. Daraus entstand die Initiative Bizim Kiez („Unser Kiez“), die seit 10 Jahren für bezahlbaren Wohnraum und den Erhalt von Nachbarschaftsstrukturen kämpft – ein perfektes Beispiel für „Kreuzberger Blut“ in Aktion. d) Die „Lange Nacht der Kiezgeschichten“ •Bei dieser Veranstaltung werden Erinnerungen an Kreuzberg geteilt: von migrantischer Selbstorganisation über den Fall der Mauer bis zu lokalen Protesten. Hier wird das „Kreuzberger Blut“ greifbar – durch Geschichten von Menschen, die den Kiez geprägt haben und weiter prägen. 2. Aktuelle Projekte: Wie der Geist heute weiterlebt a) Bizim Kiez – Weiter kämpfen •Die Initiative Bizim Kiez ist nach wie vor aktiv und organisiert regelmäßig Treffen, Petitionen und Aktionen gegen Verdrängung. Aktuell (2026) geht es um den Erhalt von Gewerberäumen und bezahlbaren Wohnraum, besonders in der Wrangel- und Oranienstraße. b) Kreuzberger Chronik – Geschichten bewahren •Die Kreuzberger Chronik, ein monatliches Magazin, dokumentiert seit 1998 das Leben im Kiez – von historischen Ereignissen bis zu aktuellen Debatten. Jede Ausgabe ist ein Stück „Kreuzberger Blut“ in gedruckter Form. kreuzberger-chronik.de. c) Kiezratschlag – Gemeinsam gestalten •Im Kiezraum auf dem Dragonerareal trifft sich monatlich der „Kiezratschlag“. Hier werden aktuelle und historische Themen besprochen – von Verkehrskonzepten bis zu kulturellen Projekten. Ein Ort, an dem Nachbarschaft aktiv mitgestaltet wird. d) Upcycling Berlin – Nachhaltigkeit im Kiez •In Kreuzberg gibt es Projekte wie Upcycle Berlin, die alten Materialien neues Leben einhauchen – ein Symbol für den Erfindungsreichtum und die Nachhaltigkeitskultur, die den Kiez ausmacht. Warum das alles wichtig ist Das „Kreuzberger Blut“ ist kein Nostalgie-Projekt, sondern eine lebendige Haltung: Es geht um Zusammenhalt, Widerstand gegen Ungerechtigkeit und die Liebe zum Kiez – trotz aller Veränderungen. Kreuzberg zeigt, wie eine Nachbarschaft sich wehren und gleichzeitig weiterentwickeln kann, ohne ihre Seele zu verlieren.
Am 24. 03.2026 wurde der Vorstand des FIS neu gewählt. Liebe Partnerschaftsfreundinnen und Partnerschaftsfreunde, Am 24. 03.2026 wurde der Vorstand des FIS neu gewählt. Nach langen Jahren des Engagements in den Ingelheimer Partnerschaften habe ich mich entschlossen, nicht mehr für den Vorstand zu kandidieren. Dies ist mir einerseits schwergefallen, da ich über vier Jahrzehnte in die Partnerschaften tief eingebunden war und den FIS angeregt und mit gegründet habe, andererseits bin ich erleichtert, dass sich eine Persönlichkeit mit großer partnerschaftlicher Kompetenz bereitgefunden hat, diese Aufgabe zu übernehmen. Als meinen Nachfolger im Amt des Vorsitzenden habe ich den scheidenden Oberbürgermeister der Stadt Ingelheim vorgeschlagen. Auf eigenen Wunsch haben ebenfalls nicht mehr kandidiert haben: Gisela Apitzsch, Uli Schröder, Kai Hussmann, Mathylda Gierszewska-Noszczynska Der neue Vorstand besteht aus folgenden Personen: Ralf Claus Vorsitzender (Stevenage) Miriam Maslowski 1. Stellv. Vorsitzende (Autun) Regina Matczak 2. Stellv. Vorsitzende (Nysa) Norbert Külzer Kassenwart Sabine Strauch-Warzel Schriftführerin Als Beisitzer wurden gewählt: Karin Grassmann (San Pietro i. Cariano) Helga Lerch Gerhard Rühl Laura Schlösser Anna-Rosa Solinas-Werner Ich danke allen Freundinnen und Freunden in unseren Partnerstädten für die gute, kooperative und vertrauensvolle Zusammenarbeit, meinen Vorstandsmitgliedern der letzten zehn Jahre für ihre engagierte Arbeit und wünsche dem neuen Vorstand alles Gute und viel Erfolg im Sinne unserer Partnerschaften, denen ich auch verbunden bleiben werde. Herzliche Grüße Euer Joachim


Zwei Papageien turteln in Kreuzberg
Papageien verzücken Kreuzberg: Wird Berlin zur neuen Heimat exotischer Stadtvögel? Wer durch die Straßen von Berlin-Kreuzberg schlendert, konnte in letzter Zeit ein ungewöhnliches Naturschauspiel beobachten: Zwei bunte Papageien, die durch die Luft wirbeln oder auf einer Erle sitzen. Was in der Partnerstadt Wiesbaden bereits seit Jahren zum Stadtbild gehört, könnte nun auch in der Hauptstadt Fuß fassen. Doch wie kam es dazu – und was bedeutet das für die Berliner? In Wiesbaden sind die Halsbandsittiche längst kein Geheimtipp mehr. Die grünen Vögel mit dem markanten roten Ring am Hals haben sich dort so gut etabliert, dass sie von manchen bewundert, von anderen als lärmende Plage empfunden werden. Doch egal, ob man sie mag oder nicht – sie sind Teil der Stadt geworden. Jetzt scheint sich ein ähnliches Phänomen in Berlin-Kreuzberg abzuspielen. Die Papageien sind ursprünglich aus privater Haltung entkommen oder freigelassen worden. Da sie sich gut an das städtische Leben anpassen können, finden sie in Kreuzberg ideale Bedingungen vor, wie ausreichende Nahrung und Nistmöglichkeiten. Diese Vögel sind sehr anpassungsfähig, wenn sie erst einmal eine Population aufgebaut haben, verbreiten sie sich schnell. In Wiesbaden hat sich die Population in den letzten Jahren stark vermehrt. Ob Berlin ein ähnliches Schicksal erwartet, bleibt abzuwarten. In Wiesbaden hat man gelernt, mit den Sittichen zu leben. Vielleicht wird Berlin-Kreuzberg bald ein neues Zentrum für Stadtpapageien – und damit eine weitere Attraktion für Besucher und Einheimische. Vielleicht wird Kreuzberg bald nicht nur für seine multikulturelle Szene, sondern auch für seine exotischen Bewohner bekannt sein.

Vorwort
Chronik des Partnerschaftsvereins Friedrichshain-Kreuzberg (1986 bis 2025) Die vorliegende Chronik dokumentiert die Entwicklung und die Ereignisse des Partnerschaftsvereins Friedrichshain-Kreuzberg seit seiner Gründung im Jahr 1986. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Begegnungen der Bürger und Bürgerinnen der Partnerstädte und -kreise jeglichen Alters, Geschlechts, Glaubens und jeglicher Couleur und auch der jeweiligen Kultur mit denen aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zu unterstützen, programmatisch zu planen, zu organisieren und (mit-)zu finanzieren und diese Begegnungen in der Landeshauptstadt Wiesbaden (Partnerschaft seit 1964), in Porta Westfalica (Partnerschaft seit 1968), im Kreis Bergstrasse (Partnerschaft seit 1968), in Ingelheim am Rhein (Partnerschaft seit 1971) und im Landkreis Limburg-Weilburg (Partnerschaft seit 1980) sowie aus Kiryat Yam/Haifa-Israel (Partnerschaft seit 1990) und in Berlin und Umgebung zu ermöglichen. Sie spiegelt die vielfältigen Begegnungen, kulturellen Austauschprogramme und besonderen Jubiläen wider, die in den letzten Jahrzehnten das Miteinander der Partnerstädte geprägt haben. In den Jahren seit der Gründung haben sich zahlreiche Freundschaften und Netzwerke entwickelt, die nicht nur den Austausch zwischen den Städten fördern, sondern auch das Verständnis für kulturelle und gesellschaftliche Unterschiede vertiefen. Die chronologischen Einträge beleuchten herausragende Veranstaltungen, bedeutende Besuche und Projekte, die sowohl lokal als auch international durchgeführt wurden. Diese Chronik ist nicht nur eine Rückschau, sondern auch eine Würdigung des Engagements aller Mitglieder des Vereins, die durch ihre Leidenschaft und ihr Engagement dazu beigetragen haben, die Partnerschaft lebendig und erfolgreich zu gestalten. Sie soll als Inspiration für zukünftige Generationen dienen, die den Geist der Zusammenarbeit und des interkulturellen Dialogs weitertragen, und als Dokument der vielfältigen Aktivitäten, die den Partnerschaftsverein Friedrichshain-Kreuzberg zu dem gemacht haben, was er heute ist. Darüber hinaus bieten die veröffentlichten Annalen des Vereins https://www.pv-friedrichshainkreuzberg.de/home eine weitaus ausführlichere Dokumentation mit allen Einzelheiten zu den Veranstaltungen, Projekten und Errungenschaften. Diese umfassende Sammlung von Informationen und Bildmaterial ergänzt die Chronik und bietet interessierten Lesenden einen tiefen Einblick in die Tätigkeit des Vereins und die Entwicklung der Partnerschaft im Detail.





